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Essen / Trinken

Supergesund oder nur superteuer?

Supergesund oder nur superteuer?

Sie sind in aller Munde und gelten als Superfood: Goji-Beeren. Aber sind diese teuren Beeren tatsächlich so gesund wie behauptet?

Was ist eigentlich Superfood? Eine genaue Definition existiert nicht, man sagt, es sind Lebensmittel, die reich an Vitaminen und Mineralien sind und somit supergesund. Die Vermutung liegt also nahe, dass der Begriff Superfood eher die Super-Erfindung einer geschickten Marketing-Strategie ist, bei der exotische Lebensmittel erfolgreich teuer verkauft werden. So gilt beispielsweise die Goji-Beere als die Königin des Superfood, Frucht des Wohlbefindens und der Langlebigkeit. Die korallenrote Beere kommt ursprünglich aus China und wird in der traditionellen chinesischen Medizin gegen Bluthochdruck, Diabetes, Erschöpfungszustände, Impotenz, zur Unterstützung des Immunsystems und bei weiteren Leiden eingesetzt.

Im Hauptanbaugebiet in der chinesischen Provinz Ningxia wird ihr zu Ehren sogar jedes Jahr zum Abschluss der Goji-Beeren-Ernte ein Fest gefeiert. Da China aber als Herkunftsland für Superfood bei den Europäern nicht sehr beliebt ist, findet man im Handel Goji-Beeren angeblich aus Wildsammlungen, aus dem Himalaya oder aus Tibet. Tatsächlich aber reifen fast alle Gojis in der Provinz Ningxia. Nur ein minimaler Prozentsatz wird beispielsweise auf der Qinghai-Tibet-Hochebene in der nord- westchinesischen Provinz Qinghai angebaut. Heutzutage wachsen die Beeren weltweit und sind auch unter den Namen Bocksdorn und Chinesische Wolfsbeere bekannt. Frisch gepflückt schmecken sie süsslich bis sauer, getrocknet eher süss.

Kleines Vitamin- und Kalorienbömbchen

Die Goji-Beere ist reich an Vitamin C, jedoch gemessen am Vitamin-C-Gehalt einer Erdbeere ist die Königin des Superfood ernährungstechnisch nicht hochwertiger. Und glaubt man den Werbeversprechen, sollen die kleinen chinesischen Beeren sogar schlank machen. Wenn aber 100 Gramm getrocknete Goji-Beeren mit zirka 346 kcal angegeben werden, also so viel wie in vielen anderen Trockenfrüchten auch, sollten sie in der täglichen Kalorienbilanz nicht ausser Acht gelassen werden. Tatsächlich gibt es keinen nachgewiesenen Zusammenhang mit einem Gewichtsverlust mit Hilfe der kleinen Beeren. Neben Vitamin C weist die Goji-Beere auch eine hohe Konzentration an Antioxidantien (chemische Verbindungen, die unsere Zellen vor freien Radikalen schützen) auf. Einen Nutzen haben diese zusätzlich zugefügten Antioxidantien für unsere Gesundheit aber nicht. Sie lösen sich im Darm auf, bevor sie in den Blutkreislauf gelangen, unser Körper reguliert sich selbst, indem er diesen Überschuss eliminiert.

Neben den Vitaminen hat die Goji-Beere aber auch weitere gesunde Inhaltsstoffe. In grösseren Mengen enthalten sie Mineralstoffe wie zum Beispiel Eisen. Dies sorgt für einen optimalen Sauerstofftransport.

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Insektenkiller auch in Bio-Produkten

Wem die kleinen roten Beeren einfach nur gut schmecken, sollte Gojis im eigenen Garten ziehen. Denn laut K-Tipp sind selbst Goji-Beeren aus Bio-Läden mit Pestiziden und Insektiziden in bedenklicher Menge belastet. In China legt man einen nicht allzu hohen Wert auf Kontrollen, deshalb gelangen immer wieder Beeren aus herkömmlichem Anbau in die Bio-Läden.

Wer also auf Nummer sicher gehen möchte, kauft sich die winterharte, anspruchslose Pflanze im Gartenfachmarkt und geniesst auch bei nicht so grünem Daumen bald die kleinen roten Beeren aus eigenem Anbau.

Erwähnenswert sei aber noch die Tatsache, dass fast alle heimischen Beeren wie Himbeeren, Johannisbeeren oder Erdbeeren einen ähnlich hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen aufweisen.

Fazit

Wir kennen die Lebensmittel, die uns gut tun, wir haben sie schon lange auf unseren Tellern. Das Besondere an Goji-Beeren ist lediglich der exotische Geschmack – und der Preis. Aber als oft angepriesenes Wundermittel gehen sie nicht durch.

Anne Weber

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Ich heisse Susanne, bin 1941 im Appenzellerland aufgewachsen und war von Beruf Krankenschwester. Während meiner Ausbildung besuchte ich regelmässig die Proben eines Chors. Sie waren für mich eine Möglichkeit, mich ausserhalb des Spitalcampus mit der Stadt und ihren Menschen vertraut zu machen. Ich kannte niemanden und ich fühlte mich sehr alleine. Auch im Personalhaus fühlte ich mich anfänglich sehr fremd. Das Haus war düster und kahl, die unregelmässigen Arbeitszeiten verhinderten viele Kontakte.

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