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Ferien / Reisen

Unbekannte Tourismus-Juwelen

Unbekannte Tourismus-Juwelen

Der Norden Perus fristet ein eher bescheidenes Tourismus-Dasein. Völlig zu Unrecht, hat diese Region doch ebenso viel zu bieten wie der beliebte Süden mit den bekannten Reisezielen. Wer also Neues entdecken will, besucht auf der nächsten Peru-Reise Cajamarca, Kuelap, Gocta und Co.

Geniale Techniker

Auch die Region um die 300 000 Einwohner zählende Provinzhauptstadt bietet viel. So führt die Reise auf das 3500 Meter über Meer gelegene Cumbemayo, wo Aquädukte von der Genialität des Cajamarca-Volkes zeugen. Bereits 1500 Jahre vor Christus bauten sie ein ausgeklügeltes Kanalsystem mit rund fünf Grad Neigung, das stets die ideale Menge Wasser von den Höhen in die Täler brachte. Noch heute führen die Leitungen das lebensnotwendige Nass für die Felder im Tal.

Nur rund eine halbe Autostunde vom Zentrum Cajamarcas entfernt beeindruckt eine weitere historische Stätte: Die «Ventanillas de Otuzco» sind häuserartig angelegte Gräber mit fensterähnlichen Öffnungen. Sie stammen aus der präinkaischen Zeit.

Machu Picchu, der Titicaca-See, Cuzco und die Nazca-Linien: Das sind die bekannten und stark frequentierten Sehenswürdigkeiten im Süden Perus. Kaum bekannt ist jedoch, dass die Inkas und die Präinka-Kulturen auch im Norden des Landes zahlreiche Kulturstätten hinterlassen haben, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Ganz zu schweigen von den faszinierenden Naturschönheiten in diesem Teil des Andenlandes.

Fast jede Peru-Reise startet in Lima. Die Zehn-Millionen-Kapitale hat auch bereits einige Sehenswürdigkeiten zu bieten: Beispielsweise eine Altstadt, die mit den unverkennbar spanischen Einflüssen genauso begeistert wie Limas Künstlerviertel Barranco, das mit Cafés, Shops, Galerien, Boutiquen und Hotels punktet. Besucht werden muss auch der eher mondäne Stadtteil Miraflores mit seinen Einkaufs- und Kulturzentren, Theatern, Kinos und Kunstmuseen. Quasi Pflicht ist ein Rundgang durch das Larco-Museum. Die Fundgegenstände aus allen Epochen und Kulturen widerspiegeln die peruanische Geschichte minutiös.

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Gold, Silber oder Leben

Nun orientiert sich der Reisende aber nordwärts. Etwas über eine Stunde dauert der Inlandflug nach Cajamarca. In der in unseren Breitengraden eher unbekannten, jedoch geschichtsträchtigen Stadt ging mit der Hinrichtung des letzten Inka-Königs Atahualpa die Hochblüte der Inka-Zeit zu Ende; die Spanier übernahmen das Zepter in Peru.

Das Haus «Cuarto del Rescate», es steht unter Denkmalschutz und beheimatet ein Museum, ist ein Zeitzeuge dieser Ära. Die Geschichte besagt, dass die Inkas von den spanischen Inquisitoren genötigt wurden, ein Haus zu bauen, das aus drei Räumen bestand. Die am grössten gewachsene Person musste sich an eine Wand stellen und die Hände zur Decke strecken. An dieser Marke wurde ein Strich gezogen. Alle Räume mussten dann bis zu dieser Markierung mit Gold und Silber gefüllt werden, als Sicherheit dafür, dass der Inka-König verschont wurde. Genützt hat es – wie die Geschichte beweist – nichts.

Der Urwald und eine Festung

Fast eine Tagesreise dauert die Fahrt von Cajamarca nach Leymebamba. Die Transversale durch die Anden fasziniert: Die Höhe der Berge, die unendlichen Weiten und schliesslich die pittoreske Kargheit, übrigens ein Bild, das einen von Lima bis Cajamarca begleitet, imponieren ungemein. In Leymebamba am Utcubamba-Fluss jedoch ändert die Szenerie. Der Reisende sieht und spürt die Nähe des Urwaldes. Hier ist das Klima feucht und bisweilen äusserst heiss, die Vegetation zeigt sich in sattem Grün. Unergründliche Sümpfe sind keine Seltenheit. In einem solchen Sumpfgebiet, im Kondorsee, wurden 1997 über 200 intakte Mumien aus der Chachapoyas-Zeit geborgen und in ein eigens dafür gebautes Museum gebracht.

Weiter folgt die Route dem Rio Utcubamba, bis die Peru-Entdecker ein ganz besonderes Highlight der Tour zu sehen bekommen. Es ist die auf 3000 Meter über Meer gelegene Festung Kuelap. Die Bastion des Chachapoya-Volkes wurde in den Jahren 800 und 1300 n. Chr. gebaut. Sie zählte einst über 500 rund gebaute Häuser und konnte bis zu 2000 Menschen beherbergen. Die Hauptstadt der Chachapoya-Kultur wurde erst 1843 «entdeckt». Führte der Weg vom Städtchen Tingo am Utcubamba bis vor kurzem in knapp zwei Stunden über Schotterpisten in die Höhe, bringt heute ein Seilbahn-System die Touristen in nur 20 Minuten vor die Tore der Festung.

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Gigantische Wasserfälle

Die nächste Attraktion wartet knapp zwei Autostunden weiter nördlich. Es sind die Gocta-Wässerfälle; mit einer Fallhöhe von 771 Metern gehören sie zu den höchsten der Welt. Vom Dorf Cocachimba erreicht man den Fuss der Fälle entweder abenteuerlich auf einem Pferderücken in etwas über einer Stunde oder aber zu Fuss – was etwas länger dauert. Wer diesen Weg nicht scheut und der grossen Feuchtigkeit, der Wärme und der sehr üppigen Vegetation trotzt, wird am Ziel mit einem einmaligen Anblick belohnt. Die Wucht dieses Naturschauspiels ist schlicht beeindruckend.

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Pferde auf den Wellen

Es ist praktisch eine Tagesreise von den amazonasnahen Wasserfällen nach Lambayeque/Chiclayo in Küstennähe. Hier gilt die Aufmerksamkeit weiteren historischen Kulturstätten. Beispielsweise das vom norwegischen Forschungsreisenden Thor Heyerdahl ins Leben gerufene Tucume-Museum. Oder die 26 Pyramiden von Tucume, die den Pyramiden von Gizeh in nichts nachstehen. Allein die Erosion macht den eindrücklichen Monumenten zu schaffen. Die Bemühungen der vor Ort arbeitenden Archäologen gelten deshalb der Erhaltung dieser Zeitzeugen aus der Lambayeque-Kultur (750 bis 1375 nach Christus). Nicht weit entfernt von dieser denkwürdigen Stätte befindet sich der Strand Pimentel. Die dortigen Fischer gehen ihrem Handwerk auf den sogenannten «Totora-Pferdchen» nach. Nicht Reitpferde sind damit gemeint, sondern Schilfboote, die sich auf den Wellen wie Pferde bewegen. Und mit diesen unvergesslichen Eindrücken geht es zurück an den Ausgangspunkt der herrlichen Reise, nach Lima, mit seinem internationalen Flughafen das peruanische Tor zur Welt.

www.peru.travel

Wenn die Wörter Samba tanzen

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Scheue Hoppler

Feldhasen sind Meister der Tarnung, äusserst schnell und umsichtig. Doch ihre derzeitige Lebenssituation ist trotzdem nichtgerade erfreulich.

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