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Natur

Die letzte Reise

Die letzte Reise

Irgendwann kommt der Tag, an dem man sich von seinem Haustier für immer verabschieden muss. Spätestens dann taucht die Frage auf, wohin lieb gewonnene Tiere nach dem Tod kommen.

Endlich fanden Anna und ihre Familie ein Haus, wie sie es sich schon immer wünschten. Im Grünen, ohne Durchgangsverkehr, mit Wiesen und Wäldern in Sichtweite. «Endlich konnte ich Jule wieder ein katzengerechtes Zuhause bieten», erzählte Katzenbesitzerin Anna. Jule war ihre 18-jährige Freigängerkatze. Die liebevolle und verschmuste Samtpfote war der Liebling der ganzen Familie, ein wenig betagt, halb blind und auch nicht mehr so flink auf den Beinen. «Es war mir wichtig, dass Jule die Zeit, die ihr noch verbleibt, geniessen kann», meinte Anna. Doch dann kam alles anders. Etwa vier Monate nach dem Umzug, an einem kalten Märzabend ging Anna zum Telefonieren auf die Terrasse, Jule begleitete sie nach draussen. Die alte Katzendame hatte sich bereits an ihr neues Zuhause und die Umgebung gewöhnt und blühte richtig auf. Doch an diesem Abend kehrte sie von ihrem Ausflug nicht zurück. Eine umfangreiche Suchaktion, die Meldung bei STMZ (Schweizer Tiermeldezentrale) und auch Nachfragen bei Tierärzten in der Umgebung und Flyern brachten kein Ergebnis. Nach zwei Wochen dann die Gewissheit: Eine Nachbarin fand Jule tot unter einem Busch in ihrem Garten.

Ein grosser Verlust

Die Nachricht traf Anna und ihre Familie eiskalt. Man weiss nie, wie oder wann es passiert, denn es gibt viele Wege, wie sich ein geliebtes Haustier vom Leben und seiner Familie löst. Manchmal geht ein langer Sterbeprozess voran, oder es geschieht völlig unerwartet. Anna hatte wirklich Pech, ihre Jule entschied sich, alleine zu sterben, was bei Katzen nicht unüblich ist.

Der Verlust schien unerträglich, denn mit solch einem Abschied hatte niemand gerechnet. Für Anna stand fest, Jule soll eine ehrwürdige Ruhestätte im Garten erhalten. Doch darf man das eigene Haustier einfach so im eigenen Garten vergraben?

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Wenn das geliebte Haustier über die Regenbogenbrücke geht

Der Verlust eines tierischen Freundes kann genauso intensiv wahrgenommen werden wie der eines Menschen. Deshalb möchte man auch wissen, was nach dem Tod mit dem Körper seines Haustiers passiert. Einfach den Tierarzt zu bitten, sich um den Verbleib des verstorbenen Tiers zu kümmern, kommt für die meisten Tierbesitzer nicht mehr infrage. Vielmehr wählt man aus einer der folgenden möglichen Abschiedsszenarien aus.

Das Krematorium

Noch vor 20 Jahren dachte kaum jemand daran, sein verstorbenes Tier ins Krematorium zu bringen. Inzwischen hat sich das Verhältnis zu unseren Tieren jedoch verändert, und Tierkrematorien setzen sich für einen würdevollen Abschied ein. In der Schweiz gibt es mehrere Tierkrematorien, die meisten davon bieten einen kostenpflichtigen Abholdienst an. Tierbesitzer können zwischen einer Sammel- oder einer Einzeleinäscherung auswählen, die Preise richten sich nach dem Gewicht des Tiers. Wer eine Einzelkremation wählt, kann die Asche seines verstorbenen Lieblings mitnehmen. Manche Krematorien bieten auch die Möglichkeit, die Asche des Tiers in einer Urne auf dem Krematoriumsgrundstück zu vergraben. Andere Tierbesitzer verstreuen die Asche lieber in der Natur. Beides sind Möglichkeiten, bewusst Abschied zu nehmen. Ein spezielles Angebot gibt es im Dicentra-Tierkrematorium in Zürich. Auf Wunsch wird dort aus der Tierasche ein Diamant oder Saphir angefertigt.

Die öffentliche Entsorgung – Endstation Müll?

Für viele Tierfreunde keine Option, aber auch diese Möglichkeit muss es geben. In den Tierkadaverstellen der Gemeinden können tote Tiere bis 200 kg deponiert werden. Sie werden zu den Entsorgungswerken Lyss (BE) oder Bazenheid (SG) überführt und dort zu Tierfett und Tiermehl verarbeitet. Stirbt ein Tier beim Tierarzt, und der Halter möchte sich nicht um die Entsorgung kümmern, landet der Kadaver ebenso bei den herkömmlichen Entsorgungswerken.

Der Tierfriedhof

Einen speziellen Ort, an dem man sein geliebtes Tier würdevoll bestatten und jederzeit besuchen kann, das wünschen sich viele Menschen. Auf einem Tierfriedhof darf man seiner Trauer Ausdruck verleihen, denn niemand schaut schräg, wenn man am Grab seines geliebten Haustiers weint. 2001 wurde beispielsweise der Tierfriedhof am Wisenberg in Läufelfingen gegründet. Ob unter Bäumen, an der Sonne oder am Ufer eines Teichs, jedes Tier wird dort einzeln bestattet. Vorgängig kann das Tier aufgebahrt werden. Man hat die Auswahl zwischen Erdgräbern, Urnengräbern und dem Mensch-und-Tier-Grab. Das bietet auch der Tierfriedhof in luzernischen Emmenbrücke an. Auch an diesem Ort des Abschieds werden verschiedene Grab­arten angeboten und, wie in Läufelfingen auch, verfügt man über einen Abholdienst.

Tierfriedhof am Wisenberg: www.tier-friedhof.ch

Wer die Nähe zur Natur sucht, kann sein Tier in Uzwil (SG) bestatten lassen. Der Waldfriedhof Kobelwald ist Teil eines natürlichen Waldes und ermöglicht die Beisetzung der Asche von verstorbenen Haustieren am eigenen Baum oder an einem Gemeinschaftsbaum. Auch im Tierfriedwald in Hosenruck (TG) können Tierbesitzer die Asche ihres verstorbenen Tiers bei einem ausgesuchten Baum beisetzen.

www.waldfriedhof-kobelwald.ch

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Die letzte Ruhestätte im eigenen Garten

Anna bestattete Jule im Garten. Sie stellte einen Grabstein auf und zündet jedes Jahr an Jules Geburts- und Todestag eine Kerze darauf an. «So ist Jule nicht nur in meinem Herzen, sondern auch immer in meiner Nähe», meint Anna. «Es hilft mir in meiner Trauer, sie jederzeit besuchen zu können.»

Ein paar Regeln gilt es jedoch zu beachten, wenn man sich für eine Grabstätte im Garten entscheidet. Nur kleine Tiere bis 10 Kilogramm dürfen auf Privatgrund vergraben werden, und Mieter benötigen dafür das Einverständnis des Vermieters. Gebiete mit vernässten oder erosionsgefährdeten Böden müssen gemieden werden. Der Körper darf nicht in einem Plastiksack oder in der Nähe von Grundwasserschutzzonen vergraben werden. Das Grab sollte mindestens 1,2 Meter tief sein, sonst besteht die Gefahr, dass der Tierkörper von Füchsen wieder ausgegraben und gefressen wird. Nicht erlaubt ist es, Heimtiere auf öffentlichem Grund beizusetzen, auch nicht in Wäldern oder Parkanlagen.

Anne Weber

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