Trendige, gesundheitsversprechende Wässerchen tauchen jedes Jahr aufs Neue in unseren Läden auf. Meist sind diese aber nicht neu, sondern nur neu aufgelegt. Der Hype um Superdrinks reisst nicht ab, aber sind sie tatsächlich so gesund?
Vor vielen Jahren begann der Siegeszug der Kokosnuss. Frisch aufgeschlagen, mit Strohhalm und Schirmchen durfte die Nuss auf keinem Urlaubsfoto fehlen. Das Kokosnusswasser steht in unseren Läden meist mit «Bio» und «Abnehmen» im Zusammenhang in den entsprechenden Regalen. Kokosnusswasser ist aber nicht gleich Kokosnussmilch. Das Wasser ist eine leicht trübe und dünnflüssige Flüssigkeit aus der unreifen, grünen Kokosnuss. Es ähnelt in der Zusammensetzung dem menschlichen Blut, wirkt also isotonisch. Kalorienarm und reich an Mineralstoffen reguliert es den Wasserhaushalt unseres Körpers. Als «Diät-Wunder» kann man Kokosnusswasser trotzdem nicht bezeichnen. Es ist lediglich ein unspektakulär schmeckender Durstlöscher.
Birkenwasser
Es scheint, als ob das Birkenwasser den Hype um das Kokosnusswasser gerade ablöst. Das Kokospalme trägt mehrmals im Jahr Früchte. Der Birkensaft hingegen kann nur zu Beginn des Frühlings gewonnen werden. Dafür werden die Stämme angebohrt. Der heraustretende süssliche Birkensaft kann pur getrunken werden und wird seit jeher von Europa, Amerika, Asien und dem Osten gewonnen. In Russland oder auch in Nordchina wird der Birkensaft nach wie vor direkt aus der Birke gezapft. Vergoren wird er zu Birkenwein. Wissenschaftlich belegt sind die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Birkenwassers jedoch kaum. Allgemein gilt das Wasser als entzündungshemmend. Es soll den Cholesterinspiegel senken und sich einen Namen als Entgifter gemacht haben. Ebenso soll Birkenwasser gut für die Haut sein, gegen Gicht und Rheuma einsetzbar sein und sogar die Frühjahrsmüdigkeit vertreiben. Reich an Aminosäuren, Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Natrium, Phosphor, Proteine, Zink und Vitamin C stärkt Birkenwasser angeblich auch das Immunsystem. Holzarbeiter schwören auf den isotonischen Durstlöscher.
Heilerde und Tonerde
Ein bisschen Dreck kann ja nicht schaden – das stimmt so nicht. Denn im medizinischen Bereich spielt das feine Pulver schon lange eine grosse Rolle, besonders bei der äusserlichen Behandlung von unreiner Haut beispielsweise.
Schon seit Jahrtausenden nutzen Menschen die Heilwirkungen der Tonerde. Heilerde ist Tonerde, der eine gesundheitliche Wirkung nachgewiesen worden ist und eine Arzneimittelzulassung besitzt. Alle anderen Erden werden als Ton- oder Mineralerde, Lavaerde, Ghassul, Rhassul oder als Nahrungsergänzungsmittel bezeichnet. Zur innerlichen Anwendung eignet sich die Tonerde ebenso. Sie bindet verschiedene Stoffe im Darm und kann entgiftend wirken. Jedoch macht Tonerde keinen Unterschied zwischen nützlichen und schädlichen Stoffen, deswegen sollte man vor der Einnahme Rücksprache mit einem Arzt halten. Grundsätzlich enthalten Heilerden ausser Jod alle lebenswichtigen Mineralstoffe und Spurenelemente. Heilerden regulieren den Stoffwechsel und fördern die Hautdurchblutung. Auch bei Magen-Darm-Beschwerden und zur Entsäu-rerung kann Heilerde innerlich helfen.
Bei Stars und Sternchen ist das sättigende und kalorienarme Naturgetränk so beliebt, dass bereits nach einem Rezept für einen «Tonerde-Shot» gearbeitet wird. Ebenso neu auf dem Markt sind sogenannte «Tonerde-Detox-Masken». Sie sollen Unreinheiten entfernen und das Hautbild verfeinern.






