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Natur

Der Fuchs im Gartenhäuschen

Der Fuchs im Gartenhäuschen

Füchse sind schon seit Jahrzehnten ein gewohnter Anblick in unseren Städten. Als ein Teil der Fauna in Wohnquartieren bereitet eines der erfolgreichsten Säugetiere der Welt vielen Menschen Freude, aber auch Angst und Unmut.

Der in der Schweiz beheimatete Rotfuchs gehört zur Familie der Hundeartigen und lebt vorwiegend in Wäldern. In den letzten Jahrzehnten aber hat sich sein Lebensraum stark verändert, viele ländliche Gebiete wurden zu Siedlungsgebieten vor den Städten. Die Urbanisierung veränderte nicht nur die Lebensgewohnheiten der Menschen, sondern auch die der Füchse. Da der Nahrungsopportunist Fuchs sprichwörtlich «schlau» ist, profitiert er gerne vom «reich gedeckten Tisch» in unseren Städten. Füchse spazieren ohne Scheu auf den Strassen, und der Verkehrslärm scheint ihnen nicht viel anzuhaben.

Vorteile des Stadtlebens

Füchse sind Allesfresser und das Nahrungsangebot in den Städten lässt jedem Fuchs das Wasser im Maul zusammenlaufen: Fallobst, Ratten, Mäuse, Vögel, weggeworfenes Essen – gemäss einer Studie der Stadt Zürich macht Fallobst den grössten Teil der Fuchsnahrung aus und der hohe Jagddruck, der in Wald und Feld auf Füchsen lastet, erübrigt sich somit für die Stadtfüchse.

Meister Reineke

Die anpassungsfähigen Stadtfüchse kommen mit den neuen Lebensbedingen gut zurecht und leben ganzjährig in menschlichen Siedlungsgebieten, bevorzugt in Gärten, Parks oder Friedhöfen. Ihre Reviere sind klein, liegen dicht zusammen oder überlappen sich. Anstatt ihren Bau selbst zu graben, wie es die im Wald lebenden Füchse tun, bevorzugen sie Wurzelhöhlen oder Hohlräume zum Beispiel unter Gartenhäuschen und Geräteschuppen. Der Stadtfuchs fühlt sich mittlerweile in unseren Städten so wohl, dass er sich bereits genetisch und im Verhalten vom Waldfuchs unterscheidet. Viele Menschen freuen sich darüber, Wildtiere als Besucher in ihren Gärten beobachten zu können, vor allem nachts, und stehen ihrem urbanen Meister Reineke meist positiv gegenüber. Doch manche Stadtbewohner glauben irrtümlich, den Füchsen gehe es so schlecht, dass sie in die Stadt flüchten müssten und füttern sie. Damit verliert der Fuchs immer mehr seine Furcht vor Menschen und zeigt kein Fluchtverhalten mehr. Das Ende vor der «Wildhüterflinte» ist damit meist vorprogrammiert.

Freund oder Freind?

Der Schaden, den ein Stadtfuchs in Wohnquartieren anrichten kann, hält sich in Grenzen: Aufgerissene Abfallsäcke und neu «arrangierte» Blumenbeete lassen sich leicht vermeiden. Füchse sind verspielte Gesellen – eine besondere Vorliebe haben sie für Hunde- oder Kinderspielzeuge, die im Garten vergessen wurden. Auch Schuhe, vorzugsweise aus Leder, sind ein beliebtes Mitbringsel der Altfüchse für ihre Jungen. Die Meldungen über «stibitzte» Gegenstände häufen sich besonders während der Jungenaufzucht von April bis Juli. Doch der anfängliche Jöö-Effekt lasst schnell nach, wenn man jeden Tag damit beschäftigt ist, Fuchskot- und -urin aus seinem Garten zu entfernen.

Auch sollte man nicht vergessen, dass der Fuchs ein Raubtier ist. Gehege von Hühnern, Meerschweinchen oder Hasen sollten während der Nacht gut vergittert und abgeschlossen sein. Katzen kommen als Beute eher nicht in Frage, es sei denn, es handelt sich um alte, kranke oder geschwächte Tiere.

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Bandwürmer und andere Krankheiten

Viele Füchse sind vom sogenannten Fuchsbandwurm befallen. Die Eier des Fuchsbandwurmes werden mit dem Kot ausgeschieden und vom neuen Wirt, der Feldmaus, aufgenommen. Feldmäuse werden gerne von Füchsen gefressen und somit schliesst sich der Kreislauf. Aber auch Katzen und Hunde, die diese Mäuse gerne fressen, können sich anstecken. Ebenso kann der Mensch sich über verunreinigte Nahrung (Beeren, Obst, Gemüse oder Salat) am Fuchsbandwurm infizieren, es besteht allerdings ein geringes Risiko. Jährlich sind etwa acht bis zehn Menschen in der Schweiz davon betroffen.

Weitere Krankheiten, die der Fuchs übertragen kann, ist der Tollwutvirus. Jedoch ist diese Krankheit seit 1998 in der Schweiz ausgerottet.

Durch die hohen Fuchspopulationen breitet sich die Fuchsräude wieder aus, besonders die Ostschweiz ist davon betroffen. Die Rede ist von der Sarkoptes-Milbe. Die Krankheit führt bei Füchsen meist zum Tod und befallene Füchse werden erlegt. Hunde können sich ebenfalls anstecken, richtig diagnostiziert ist die Fuchsräude bei Hunden aber sehr gut therapierbar. Die Ansteckung bei Menschen ist nur in Einzelfällen bekannt und nicht lebensgefährlich.

Gemeinsamer Lebensraum

Stadtfüchse sind zwar nicht ganz so scheu wie ihre Artgenossen aus dem Wald, jedoch gehen sie dem Menschen in der Regel aus dem Weg und teilen sich in Einklang mit ihnen den vorhandenen Lebensraum. Sie sind die Gesundheitspolizei des Waldes und seit langem auch der Stadt. Für unser Ökosystem sind sie von grosser Bedeutung, und sie haben sich hervorragend an das Leben in den Städten angepasst. So schnell lassen sie sich sicher auch nicht wieder vertreiben. Der bekannte Spruch «Wohnen, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen» muss wohl neu überdacht werden.

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