Seite auswählen

Ferien / Reisen

Zwischen Atlantik und Atlasgebirge

Zwischen Atlantik und Atlasgebirge

Marokko ist ein beliebtes Reiseland und bietet für die unterschiedlichsten Interessen tolle Ferienerlebnisse: Golf, Wassersport, Trekking, Kultur, Kulinarik – und alles mit einem Hauch von 1001 Nacht.

Man kann sich damit begnügen, Strandferien am Atlantik zu machen oder auf einem der schönen Golfplätze zu spielen – aber viel interessanter ist eine Reise durch die verschiedenen Landschaften des afrikanischen Königreiches: die Küstenregionen im Norden und Westen, die atlantische Region mit der Marokkanischen Meseta, die montane Region mit dem Hohen und Mittleren Atlas und dem Rifgebirge und die transmontane Region mit den Plateaus im nordöstlichen Grenzgebiet, dem Antiatlas und den Beckenlandschaften im Randbereich der Sahara. Der höchste Berg Marokkos, der «Jabal Toubkal», ist 4167 Meter hoch. Schneeberge erwartet man nicht unbedingt in Afrika.

Beim individuellen Reisen kommt man nicht darum herum, sich auch mit den sozialen Gegebenheiten eines Landes auseinanderzusetzen.

Rundreise

Eine Rundreise kann man gut selbst organisieren, beispielsweise mit Germania nach Agadir fliegen und mit einem seriösen Taxiunternehmen durch die gebirgige Landschaft nach Marrakesch fahren. Taxis sind nicht teuer – und nur die Dauer der Fahrt bestimmt den Preis, nicht die Anzahl der Mitfahrenden. Es lohnt sich, beispielweise zu viert zu reisen. Preise immer vor dem Einsteigen verhandeln! Die Fahrt mit dem Zug erster Klasse nach Casablanca ist angenehm. Von Casablanca kann man mit dem Taxi nach Essaouira reisen – und weiter dem Meer entlang wieder zurück nach Agadir. Damit hat man drei unterschiedliche Städte besucht. In Riads, traditionellen marokkanischen Häusern oder Palästen mit Innenhöfen, lässt es sich in Stadtzentren oft kostengünstig übernachten.

Anzeige

Anzeige

Marrakesch

Die Stadt am Fusse des Atlas Marrakesch wird auch «die rote Stadt» genannt. Rot ist der vorherrschende Farbton der Häuser. Seit 1985 gehört die Medina, die Altstadt, mit dem berühmten Platz Djemaa el Fna, dem Gauklerplatz, sowie den Agdal-Gärten und den Menaragärten zum UNESCO-Weltkulturerbe. Marrakesch ist laut und lärmig in der Medina zwischen all den Souks, idyllisch still in den Innenhöfen und Gärten.

Die Stadt wirkt orientalisch, wie aus 1001 Nacht. Deshalb wird die «Perle des Südens» von vielen Touristen besucht. Die Händler können teilweise aggressiv sein. Die Leute wollen nicht fotografiert werden – oder fordern dafür Geld.

Abends sollte man wohl den Djema el Fna, den Platz der Geköpften geniessen. Gaukler und Akrobaten präsentieren ihre Kunststücke und Geschichtenerzähler fesseln das Publikum. Aber ob sich Tierfreunde an Schlangenbeschwörern und «Affenbändigern» freuen können? Kulinarisch lohnt sich der Besuch aber bestimmt. Es duftet nach Fleisch, Fisch und Couscous und vielerlei Gewürzen.

Schweizer Kinderdorf

Hansjörg Huber, der Gründer des Kinderdorfes «Dar Bouidar», freut sich, wenn Besucher seinem Hilfswerk nahe bei Marrakesch Interesse entgegenbringen. Rund 75 Kinder wohnen hier, jeweils neun in einem Haus, betreut von zwei Müttern. Es sind sogenannte abgelegte Kinder. In der islamistisch geprägten Welt von Marokko ist kein Platz für ledige Mütter und ihre Babys. Deshalb bringen vor allem sehr junge Mütter ihre Kinder im Geheimen zur Welt und legen sie weg. Sie sehen keine andere Lösung, weil sie ihren Kindern nichts zu bieten hätten und auch selbst ausgestossen wären. Diese «weggelegten Kinder» werden gefunden und in Waisenhäuser gebracht.

Rund hundert Kinder werden in Dar Bouidar ein liebevolles Zuhause finden und gezielt auf das Leben vorbereitet werden. Ein Tropfen auf einen heissen Stein? Wenn es darum geht, Kindern einen Start in ein gutes Leben zu ermöglichen, zählt jeder Tropfen.

Casablanca

Mit Casablanca assoziiert man «weisse Häuser», den Film «Casablanca» und «den kleinen Prinzen». Heute ist Casablanca eine Wirtschaftsmetropole und ein Industriezentrum mit rund 3,5 Millionen Einwohnern. Nicht mal in Zürich sieht man so viele Bank-Paläste wie in Casablanca. Rund 80 Prozent der Industrie Marokkos ist hier angesiedelt.

Die französischen «Beschützer» (Protektorat) haben ihre Spuren hinterlassen: breite Boulevards, in denen der Verkehr brodelt. Aber man gewöhnt sich daran, sich todesmutig mitten in die Blechlawinen zu stürzen, ansonsten könnte man nie eine Strasse überqueren.

Unbedingt besuchen muss man die monumentale Moschee Hassan II. 20000 Gläubige finden darin Platz, das Minarett ist 210 Meter hoch. Die Moschee, erbaut 1993, liegt direkt am Meer und gehört zu den fünf grössten der Welt.

Die Schönheit dieser Moschee täuscht aber nicht darüber hinweg, dass es um die Frauenrechte vor allem in der ärmeren Bevölkerung übel bestellt ist, auch wenn sich die Königin, eine Ingenieurin, unermüdlich für die Situation der Frauen einsetzt. Man stösst immer wieder auf die immense Diskrepanz von Reichtum und Armut, die ungerechte Verteilung von Chancen in diesem Land – was aber auch auf viele andere Länder zutrifft.

Anzeige

Anzeige

Essaouira

Marokko hat viele Gesichter. Die Hafenstadt Essaouira ist eines der schönsten. In der Zeit der Aussteiger und Hippies entwickelte sich das etwas verschlafene Hafenstädtchen Essaouira zu einem Ort für Aussteiger. Beispielsweise Jimi Hendrix, Frank Zappa und Cat Stevens weilten hier.

Im 16. Jahrhundert lebten hier muslimische Berber und Araber, jüdische Kaufleute und christliche Seefahrer friedlich nebeneinander. Im 18. und 19. Jahrhundert baute Essaouira seine wichtige Position als Knotenpunkt im Karawanenhandel weiter aus und gelangte zu erheblichem Wohlstand. Lange Zeit galt der Hafen von Mogador als wichtiger Knotenpunkte im Handel zwischen Europa, Afrika und Amerika. Man nannte ihn auch den «Hafen von Timbuktu», denn viele Handelsgüter von südlich der Sahara wurden über Mogador verschifft. Auch der Sklavenhandel trieb hier unrühmliche Blüten. Timbuktu verlor nach der Besetzung durch die Franzosen 1893 seine Bedeutung. Dies bewirkte, dass Essaoira etwas in einen Dornröschenschlaf verfiel und so seine orientalische Atmosphäre erhalten konnte.

Anzeige

Faszinierende Farben

Essaouira ist heute ein kosmopolitischer Schmelztiegel. Die meist aus den Berberdörfern Südmarokkos zugewanderte Bevölkerung spricht marokkanisches Arabisch und die heimatlichen Berberdialekte des Tamazight. Mit Französisch kann man sich bestens verständigen. Die Medina von Essaouira ist durch eine Mauer geschützt und weitgehend verkehrsfrei. Waren und das Gepäck der Touristen werden mit Handkarren transportiert. Würde man nicht auf die Reklameschilder für Massagen oder Restaurants und Hinweisen zu heutigen Produkten achten, würde man sich Jahrhunderte zurückversetzt fühlen. Essaouira ist ein Paradies für Fotografen, die Farben sind einfach überwältigend. Auch Kitesurfer haben die Region entdeckt, weil es meistens windet. Deshalb aber findet man eher weniger Leute am Strand – wer will sich schon mit Sonnencreme und Sand panieren lassen?

Marokko ist ein wunderschönes, sicheres Reiseland. Intensive Zeit erlebt man hier, wenn man offen ist für die Schönheiten der Landschaft, aber auch für die Menschen und ihre Freuden und Sorgen.

Regula Zellweger

Verein zur Unterstützung «Les Enfants Dar Bouidar»

Die Spenden werden ausschliesslich für den Betrieb des Kinderdorfes eingesetzt.

Einzelmitglieder: Fr. 100.– pro Jahr

Paare: Fr. 150.– pro Jahr

Einen Olivenbaum vor einem Haus schenken: Fr. 500.–

Es sind auch persönliche, längere Ein- sätze vor Ort möglich.

Informationen:
Barbara Ruetsch-Dobler,
Arlesheimerstrasse 7,
4153 Reinach,
vorstand@kinderdorf-marrakech.ch,
www.kinderdorf-marrakech.ch

Ich muss hinaus in die weite Welt

Ich heisse Susanne, bin 1941 im Appenzellerland aufgewachsen und war von Beruf Krankenschwester. Während meiner Ausbildung besuchte ich regelmässig die Proben eines Chors. Sie waren für mich eine Möglichkeit, mich ausserhalb des Spitalcampus mit der Stadt und ihren Menschen vertraut zu machen. Ich kannte niemanden und ich fühlte mich sehr alleine. Auch im Personalhaus fühlte ich mich anfänglich sehr fremd. Das Haus war düster und kahl, die unregelmässigen Arbeitszeiten verhinderten viele Kontakte.

«Mann-oh-mann!»

Wie sich die Rolle des Mannes in wenigen Jahrzehnten verändert hat und wie der «moderne» Mann damit umzugehen weiss. Oder eben auch nicht. Eine Bestandesaufnahme (Teil 1).

Wird geladen

Anzeige